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 #1  [ Permalink ] 
  07.11.11, 14:09:21 
Themenstarter:

Kasia

(Chefredakteur(in)
ca.: 1102 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 1
Lesezeit ca.: 57 Sek.
edit Red.:  Wegen der Gesprächsentwicklung bzgl. Steuererklärung gedoppelt und verschoben


Aus dem Thema "Beamtenstreik" greife ich mal die folgende Anregung für ein neues Thema auf (mit Umfrage sogar):

Zitat von Veto11:
Zitierten Beitrag im Original lesen

Natürlich haben Beamte kein Streikrecht. Aber auch nur weil das bei denen etwas anders läuft und heißt, nämlich Dienst nach Vorschrift!

Ist mir offen gesprochen ein Rätsel warum das noch nicht probiert wurde.

Auch ist mir keine Vorschrift bekannt die die Erforderlichkeit von privaten Arbeitsmitteln regelt, oder hat da jemand eine Quelle?

Also, ab ins Geschäftszimmer und einen Kugelschreiber und eine Armbanduhr verlangen. Entsetzte Blicke und Diskussionen mit verstörten Dienststellenleitern sind euch gewiss. Versprochen!
lachen


Wer kennt es nicht, wer macht es nicht?

Insbesondere, wer hat nicht den privaten Kugelschreiber der "Elektrokooperation Krause", weil der besser schreibt ... usw.

Kommt ihr mit den dienstlich bereitgestellten Arbeitsmitteln quantitativ und qualitativ klar?



"Die Beurteilung eines Vorgangs anhand rechtlicher oder sittlicher Maßstäbe wird nicht anders als die Äußerung von Rechtsmeinungen grundsätzlich als eine ganz überwiegend auf Wertung beruhende subjektive Beurteilung des Äußernden angesehen. Dies gilt in der Regel selbst für Fallgestaltungen, in denen ein Vorgang als strafrechtlich relevanter Tatbestand eingestuft wird (m.w.N.)." (BGH, Urt. v. 22.09.2009, VI ZR 19/08)
Der Schutz der Meinungsäußerungsfreiheit i.S.d. Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG "gibt jedem das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Meinungen sind im Unterschied zu Tatsachenbehauptungen durch die subjektive Einstellung des sich Äußernden zum Gegenstand der Äußerung gekennzeichnet (m.w.N.). Sie enthalten sein Urteil über Sachverhalte, Ideen oder Personen. Auf diese persönliche Stellungnahme bezieht sich der Grundrechtsschutz. Er besteht deswegen unabhängig davon, ob die Äußerung rational oder emotional, begründet oder grundlos ist und ob sie von anderen für nützlich oder schädlich, wertvoll oder wertlos gehalten wird (m.w.N.). Der Schutz bezieht sich nicht nur auf den Inhalt der Äußerung, sondern auch auf ihre Form. Daß eine Aussage polemisch oder verletzend formuliert ist, entzieht sie nicht schon dem Schutzbereich des Grundrechts (m.w.N.). Geschützt ist ferner die Wahl des Ortes und der Zeit einer Äußerung. Der sich Äußernde hat nicht nur das Recht, überhaupt seine Meinung kundzutun. Er darf dafür auch diejenigen Umstände wählen, von denen er sich die größte Verbreitung oder die stärkste Wirkung seiner Meinungskundgabe verspricht." (BVerfGE 93, 266[289]; st.Rsp.)
07.11.11, 14:09:21
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 #2  [ Permalink ] 
  07.11.11, 22:47:39 

Don Off

(Forumsamtmann
ca.: 425 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 2
Lesezeit ca.: 20 Sek.
Eigene Technik ist absolut tabu. Ich wollte vor Jahren mal einen Anrufbeantworter integrieren... man schaute mich an als wäre ich soeben vom Mars gekommen.

Neue Kugelschreiber, wenn die alten leer sind? Fehlanzeige. Materialtausch nur Zug um Zug. Nachgewiesene leere Mine gegen eine neue.

Textmarker werden abgegeben und neu befüllt.

Aber es gibt auch Innovationen: Ich darf jetzt ein selbst erworbenes Set aus schnurloser Mouse und Tastatur verwenden.

Neulich fragte der Pfarrer was wir fühlen würden, wenn wir einen Menschen erschießen müssten.
"Den Rückstoß" war anscheinend die falsche Antwort....

Ziele habe ich genug in meinem Leben. Nur zu wenig Munition.

Die Welt wird aufblicken und rufen: "Rette uns"...und ich werde flüstern: "Nein."
07.11.11, 22:47:39
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 #3  [ Permalink ] 
  08.11.11, 03:07:50 
Themenstarter:

Kasia

(Chefredakteur(in)
ca.: 1102 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 3
Lesezeit ca.: 36 Sek.
Zitat von Don Off:
Zitierten Beitrag im Original lesen

Ich darf jetzt ein selbst erworbenes Set aus schnurloser Mouse und Tastatur verwenden.


Kabel-Schnur-los? Absolutes Tabu bei uns.

Es könnte ja jemand auf dem Parkplatz oder im Gebüsch stehen und die Funkwellen im 2,4-GHz-Band abfangen.

Aus den gleichen Gründen hat man den "Supportern" auch die Verwendung kabelloser Headsets untersagt.

Bei mir sind immerhin Kugelschreiber, Klebebandabroller, Tischrechner und Pinnwandschmuck und -Befestigungselemente privat beschafft.

Auch meine Aktendurcheinanderfliegverhinderer (hübsche, schwere Natursteinklötze) sind privat. plonk

Irgendwie fühl ich mich dabei "häuslicher". lachen

Ich weiß allerdings auch von einigen Kollegen, die sich erheblich mehr dienstliche Ausstattung selbst finanzieren und besorgen (Uniformteile und Zubehör wie auch Einsatzstiefel).


"Die Beurteilung eines Vorgangs anhand rechtlicher oder sittlicher Maßstäbe wird nicht anders als die Äußerung von Rechtsmeinungen grundsätzlich als eine ganz überwiegend auf Wertung beruhende subjektive Beurteilung des Äußernden angesehen. Dies gilt in der Regel selbst für Fallgestaltungen, in denen ein Vorgang als strafrechtlich relevanter Tatbestand eingestuft wird (m.w.N.)." (BGH, Urt. v. 22.09.2009, VI ZR 19/08)
Der Schutz der Meinungsäußerungsfreiheit i.S.d. Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG "gibt jedem das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Meinungen sind im Unterschied zu Tatsachenbehauptungen durch die subjektive Einstellung des sich Äußernden zum Gegenstand der Äußerung gekennzeichnet (m.w.N.). Sie enthalten sein Urteil über Sachverhalte, Ideen oder Personen. Auf diese persönliche Stellungnahme bezieht sich der Grundrechtsschutz. Er besteht deswegen unabhängig davon, ob die Äußerung rational oder emotional, begründet oder grundlos ist und ob sie von anderen für nützlich oder schädlich, wertvoll oder wertlos gehalten wird (m.w.N.). Der Schutz bezieht sich nicht nur auf den Inhalt der Äußerung, sondern auch auf ihre Form. Daß eine Aussage polemisch oder verletzend formuliert ist, entzieht sie nicht schon dem Schutzbereich des Grundrechts (m.w.N.). Geschützt ist ferner die Wahl des Ortes und der Zeit einer Äußerung. Der sich Äußernde hat nicht nur das Recht, überhaupt seine Meinung kundzutun. Er darf dafür auch diejenigen Umstände wählen, von denen er sich die größte Verbreitung oder die stärkste Wirkung seiner Meinungskundgabe verspricht." (BVerfGE 93, 266[289]; st.Rsp.)
08.11.11, 03:07:50
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 #4  [ Permalink ] 
  08.11.11, 07:27:53 

ferrari

(Forumsoberrat
ca.: 864 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 4
Lesezeit ca.: 9 Sek.
und ich gebe privat gar nichts aus fürn Dienst und arbeite mit den mir gegebenen MAterialien, sind zwar Schrott, aber muss eben mehrmals im Jahr getauscht werden, nicht mein Problem cool

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche" Ernesto Guevara

"Terrorismus ist Krieg der Armen, Krieg ist Terrorismus der Reichen" Sir Peter Ustinov

Club-Vote
08.11.11, 07:27:53
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 #5  [ Permalink ] 
  08.11.11, 10:00:06 

Archiv

(Ruheständler
ca.: 1653 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 5
Lesezeit ca.: 1 Min., 27 Sek.
Und das ist der Unterschied zu den "Betrügern". Die können in vielen Fällen mit dem dienstlich gelieferten Schrott nicht richtig arbeiten und kaufen sich brauchbares vom freien Markt.
Oder kaufen sich Sachen die der Dienstherr gar nicht zur Verfügung stellt.

Ich kann ja mal auflisten was bei mir im Laufe der Jahre so zusammen kam, ist bestimmt nicht vollständig.

- Drei Armbanduhren. Ich hatte vorher keine und habe jetzt auch keine mehr, privat komme ich gut ohne Uhr aus.
- Eine einfache Kamera, Filmpatronen gab es wenigstens dienstlich.
- Schreibgeräte in Hülle und Fülle.
- Klemmbretter/Schreibunterlagen in verschiedenen Größen.
- Fünf Stabtaschenlampen mit dazugehörigem Verbrauchsmaterial, Lampen/Brenner/Batterien.
- Vier Pistolenholster.
- Eine ballistische Schutzweste.
- Diverse Werkzeuge wie verschiedene Sätze Schraubendreher, Ring- und Gabelschlüssel, Zangen etc.
- Zündkerzen, Motoröl.
- Handfessel mit Holster.
- Diverse Sport-/Reisetaschen.
- Latexhandschuhe.
- Lupe, Fadenzähler, Taschenmikroskop, Pinzetten-Set.
- Vier Taschenmesser.
- Diverse Stadtpläne.
- Zwei Garnituren feuerhemmende Unterwäsche.
- Schnüre, Bindedraht, Isoband.
- Unmengen Schuhcreme, Lederseife und -wachs.
- Zwei Paar Schnürstiefel.
- Elektrische Reiseschreibmaschine.
- Eine umfangreiche Bibliothek an Loseblattsammlungen speziell für die Polizei (Polizeifachhandbuch z.B.), allgemeine zu bestimmten Rechtsgebieten wie StGB, StPO, Straßenverkehrsrecht, Waffenrecht, allesamt mit Kommentaren und daher recht teuer, diverse Gesetze in Buchform.
Diverse Abonnements von Fachzeitschriften die mich zwar in privat interessierten, von denen ich aber im Dienst und damit auch der Dienstherr profitierte.


Ganz grob zusammengezählt lande ich bei etwa 10.000 DM, zum Glück über einige Jahre verteilt.

Und weil ich Betrüger auch noch ein totaler Idiot war, habe ich nichts davon bei den Raubrittern des FiA geltend gemacht. fechten

Technischer Verwaltungsaccount zur Zuordnung von Beiträgen
08.11.11, 10:00:06
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 #6  [ Permalink ] 
  08.11.11, 18:21:44 

ferrari

(Forumsoberrat
ca.: 864 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 6
Lesezeit ca.: 28 Sek.
wir hätten euch das eh nicht geglaubt lachen

Gruss aus der Raubritterburg cool


PS: wobei das eben daran liegt das bei eurer Klientel Steuerbetrug weit verbreitet ist oder das ne Art Sport ist, das FA zu bescheißen cool

PPS: der Ruf geistert aber schon lange durch die Finanzämter, verschrien sind Polizisten schon seit Jahrzehnten, leider zeigen dies auch immer mal wieder die Steuererklärungen der Polizisten und da gehts halt nicht um die von Veto11 aufgezählten Dinge in Höhe von 10.000DM (5000€) fürs Dienstleben sondern angeblich pro Jahr mit Augen rollen

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Club-Vote
08.11.11, 18:21:44
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 #7  [ Permalink ] 
  08.11.11, 21:08:49 

Archiv

(Ruheständler
ca.: 1653 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 7
Lesezeit ca.: 1 Min., 9 Sek.
Alles klar. Wer 10.000 DM auf 5.000 Teuro umrechnet glaubt auch an andere Märchen... lol

Zu der angeblich geringen Summe, die ja einer wie erwähnt längst nicht abschließenden Liste dienstlich veranlasster Anschaffungen entspringt, könnte ich noch so einiges aus dem Bereich Dienstleistungen heranziehen. Egal, kommen wir zu einem anderen Thema.

Der Vorwurf des Betrugs. Der Begriff stammt ja aus der Legaldefinition des § 263 StGB. Ein Betrüger ist demnach ein Straftäter.
Was aber ist ein Steuerbetrüger?
Ich kenne nur die
- (leichtfertige) Steuerverkürzung = Ordnungswidrigkeit, und
- die Steuerhinterziehung = Straftat.

Bitte nenne Ross und Reiter. Wieviele Polizisten begehen denn Steuerstraftaten?

Zum Glück verwendest du den Begriff Betrüger in Verbindung mit einer Personengruppe und sprichst niemanden persönlich an. Sonst wären Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung als Straftaten einschlägig.

Ich sehe das auch mit einem hämisch lachenden Auge. Ziehst du doch auch über Kollegen aus "deiner" Verwaltung mit her.
Nennt man doch einige deiner Kollegen im weiteren Sinne seit einiger Zeit Bundesfinanzpolizei.

Ich finde nur schade das ich selten den Beruf meiner "Kundschaft" erfahren habe. Ich möchte aber wetten das da so einige besoffe, zu schnell fahrende und/oder falsch parkende Hooligans dabei waren, die ihr Geld beim FiA beschäftigt aus dem Steuerzahler pressen.
Kein Wunder das die dann einen Rochus auf uns haben und ihren Frust durch Geschwurbel ablassen. winkhand

Technischer Verwaltungsaccount zur Zuordnung von Beiträgen
08.11.11, 21:08:49
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 #8  [ Permalink ] 
  08.11.11, 22:41:04 

Don Off

(Forumsamtmann
ca.: 425 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 8
Lesezeit ca.: 2 Min., 33 Sek.
Zitat:
Und das ist der Unterschied zu den "Betrügern". Die können in vielen Fällen mit dem dienstlich gelieferten Schrott nicht richtig arbeiten und kaufen sich brauchbares vom freien Markt.
Oder kaufen sich Sachen die der Dienstherr gar nicht zur Verfügung stellt.

Ich kann ja mal auflisten was bei mir im Laufe der Jahre so zusammen kam, ist bestimmt nicht vollständig.

- Drei Armbanduhren. Ich hatte vorher keine und habe jetzt auch keine mehr, privat komme ich gut ohne Uhr aus.
- Eine einfache Kamera, Filmpatronen gab es wenigstens dienstlich.
- Schreibgeräte in Hülle und Fülle.
- Klemmbretter/Schreibunterlagen in verschiedenen Größen.
- Fünf Stabtaschenlampen mit dazugehörigem Verbrauchsmaterial, Lampen/Brenner/Batterien.
- Vier Pistolenholster.
- Eine ballistische Schutzweste.
- Diverse Werkzeuge wie verschiedene Sätze Schraubendreher, Ring- und Gabelschlüssel, Zangen etc.
- Zündkerzen, Motoröl.
- Handfessel mit Holster.
- Diverse Sport-/Reisetaschen.
- Latexhandschuhe.
- Lupe, Fadenzähler, Taschenmikroskop, Pinzetten-Set.
- Vier Taschenmesser.
- Diverse Stadtpläne.
- Zwei Garnituren feuerhemmende Unterwäsche.
- Schnüre, Bindedraht, Isoband.
- Unmengen Schuhcreme, Lederseife und -wachs.
- Zwei Paar Schnürstiefel.
- Elektrische Reiseschreibmaschine.
- Eine umfangreiche Bibliothek an Loseblattsammlungen speziell für die Polizei (Polizeifachhandbuch z.B.), allgemeine zu bestimmten Rechtsgebieten wie StGB, StPO, Straßenverkehrsrecht, Waffenrecht, allesamt mit Kommentaren und daher recht teuer, diverse Gesetze in Buchform.
Diverse Abonnements von Fachzeitschriften die mich zwar in privat interessierten, von denen ich aber im Dienst und damit auch der Dienstherr profitierte.


Ganz grob zusammengezählt lande ich bei etwa 10.000 DM, zum Glück über einige Jahre verteilt.

Und weil ich Betrüger auch noch ein totaler Idiot war, habe ich nichts davon bei den Raubrittern des FiA geltend gemacht


Ich habe mal über den Daumen gepeilt und fett markiert, was das Finanzamt als "Kosten der privaten Lebensführung" nicht anerkennen wird.

Ferrari hat in gewisser (trauriger) Weise recht: das schlimmste Klientel sind Lehrer und Polizisten.

Nicht nur, das die Jahressteuererklärung inclusive Belege Telefonbuchstärke hat, es ist auch eindeutig der Hang zu erkennen, jeden Furz abzusetzen.

Sehr beliebt sind seitenweise aufgeklebte Kassenbons auf denen per Textmarker (der ebenfalls abgesetzt werden will) die gekauften "Arbeitsmittel" (in der Gewichtsklasse Prittstift: 0,24 Euro) markiert sind.

Weiterhin sehr beliebt bei der Polizei: Beiträge fürs Fitnesszentrum ("Dienstsport") oder fürs Spaßbad ("Dienstschwimmen").

Ebenfalls "Reinigungskosten für Berufskleidung" wird ohne Nachweis gerne jenseits der 500 Euro beziffert. Dafür kann man die Wäsche einer Hundertschaft waschen. Realistisch geschätzt, sind 200,- pro Jahr angemessen.

Wollt Ihr also Euren Bearbeiter im FA für Euch gewinnen, dann reicht eine normale Erklärung mit den notwendigsten Belegen ein.

Denn aus eigener Erfahrung kann ich berichten, wenn erstmal angefangen wird die Ausgaben anhand der exorbitanten Menge nachzuprüfen...dann wird die ganze Erklärung minutiös unter die Lupe genommen. Und da kommen die meisten dann doch schlechter bei weg. lachen

Neulich fragte der Pfarrer was wir fühlen würden, wenn wir einen Menschen erschießen müssten.
"Den Rückstoß" war anscheinend die falsche Antwort....

Ziele habe ich genug in meinem Leben. Nur zu wenig Munition.

Die Welt wird aufblicken und rufen: "Rette uns"...und ich werde flüstern: "Nein."
08.11.11, 22:41:04
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 #9  [ Permalink ] 
  09.11.11, 03:10:19 

admina

(Administrator(in)
ca.: 215 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 9
Lesezeit ca.: 4 Sek.
edit Red.:  Wegen der Gesprächsentwicklung bzgl. Steuererklärung gedoppelt und verschoben


ganove Spenden für den weiteren Betrieb dieser Seite sind gern gesehen danke , z.B.

09.11.11, 03:10:19
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 #10  [ Permalink ] 
  09.11.11, 11:04:14 

Archiv

(Ruheständler
ca.: 1653 Beiträge)

Beitrag Nr.: # 10
Lesezeit ca.: 7 Min., 7 Sek.
Zitat von Don Off:

Ich habe mal über den Daumen gepeilt und fett markiert, was das Finanzamt als "Kosten der privaten Lebensführung" nicht anerkennen wird.

- Drei Armbanduhren. Ich hatte vorher keine und habe jetzt auch keine mehr, privat komme ich gut ohne Uhr aus.


-- Ich hatte gehofft das meine Darlegung ausreicht erkennen zu lassen, das eine Armbanduhr privat, für mich zumindest, nie eine Rolle gespielt hat und es auch jetzt nicht tut.

--Ich möchte auch anmerken das es sich zu einer Zeit zu-trug, als
--- Handys mit Uhrfunktion noch eine Utopie waren,
--- längst nicht jedes Dienstfahrzeug mit einer Uhr ausgestattet war,
--- Fußstreifen und Postendienste tägliches Brot waren, gerne auch alleine.

-- Was ein Verwalter vom Drehstuhl aus auch nicht zu beurteilen vermag(?), ein Schutzmann muss beinahe immer, zumindest aber wenn er deliktisches Handeln in ein Formular presst, eine Uhrzeit angeben. Vielfach auch als Tatzeit bekannt. Ist aber auch nur eine, wenn auch die wichtigste Variante.
Soll der Schutzmann nun den Funksprecher fragen, den zufällig vorbei laufenden Passanten oder nach einem Kirchturm suchen?


Zitat:
- Eine einfache Kamera, Filmpatronen gab es wenigstens dienstlich.


-- Ob Ordnungsbehörde, Amts-/Staatsanwaltschaft oder Euer Ehren, die Herrschaften waren eigentlich immer ganz angetan wenn Fotos als Beweismaterial vorgelegt wurden.
Deshalb gab es ja zu meiner Zeit auch auf jeder Dienststelle einen Fotoapparat. Man merke: Einen!
Nun wurde der Dienstbetrieb nicht wenig behindert wenn man erst einmal diejenige Streife anfordern musste, die den dabei hatte. Ich hoffe das leuchtet ein.
Privat hatte ich natürlich auch einen, aber keinen einfachen, doch Verlust oder Beschädigung kalkulierend stellt man den natürlich nicht zur Verfügung.


Zitat:
- Fünf Stabtaschenlampen mit dazugehörigem Verbrauchsmaterial, Lampen/Brenner/Batterien.


-- Ich weiß nicht wie es heutzutage aussieht, mir stand als dienstlich gelieferte Taschenlampe ein Modell zur Verfügung, das auch schon meinen Groß- und Urgroßvätern zur Verfügung stand. Dieses flache Rechteck mit der 4,5 Volt Flachbatterie.
Ich möchte jetzt keine Romane schreiben unter welchen Umständen man im Polizeidienst eine brauchbare Taschenlampe benötigt, ich kann aber versichern das die dienstlich gelieferte gerade ausreichend ist um einen Stadtplan vernünftig auszuleuchten.


Zitat:
- Diverse Werkzeuge wie verschiedene Sätze Schraubendreher, Ring- und Gabelschlüssel, Zangen etc.


Schon mal ein Kennzeichen mit bloßen Fingern abgeschraubt? Oder einen Pkw, eine Wohnungstür Kraft der Gedanken geöffnet?

Zitat:
- Zündkerzen, Motoröl.


-- Dieser Einwand ist berechtigt. Ich fand es nur einfach blöd mit einer Gummikug unterwegs zu sein (nicht nur einmal), deren Motorölstand schon knapp unter Minimum war, bloß weil das passende Motoröl im Bereich meiner Dienststelle nicht greifbar war.
Ich fuhr auch nicht gerne mit uralten, schon mehrfach nach alter Sitte aufbereiteten Zündkerzen. Mit Fehlzündungen und unrundem Motorlauf fahren sich Eilaufträge einfach Schei**e.
Nimmt man gleich Widerstandszündkerzen stimmt auch die Funkentstörung wieder. Macht sich insbesondere gut wenn man einen Helm mit Funk auf hat.


Zitat:
- Diverse Sport-/Reisetaschen.


-- Kennt der Infragesteller Art und Umfang der Ausrüstung die ein Polizist, je nach Dienststelle und Auftrag mit sich führen muss, und hat er eine Vorstellung wie man die in den jeweils benutzten Dienstfahrzeugen sicher verstauen kann? Ich glaube nicht.

Zitat:
- Latexhandschuhe.


-- Hat der Infragesteller häufigen direkten körperlichen Kontakt mit Personen deren Hygiene man zumindest in Frage stellen muss?
Hat der Infragesteller häufigen direkten körperlichen Kontakt mit Körperausscheidungen vom Nord- und Südpol einer Person? Oder gar Blut?
Ich glaube nicht.


Zitat:
- Vier Taschenmesser.


-- Ein richtiger Junge hat immer ein Taschenmesser dabei. Es ist nicht nur ein Zeichen der Mannbarkeit und des freien Bürgers seit vielen Jahrhunderten,
-- es dient auch dem Zerteilen von Obst und anderem Proviant und dem Teilen mit Kollegen,
-- man kann damit auch einen verunfallten Trunkenbold aus seinem Gurt freischneiden um ihn vor dem Erstickungstod zu retten. Der Kerl hatte sein Gebiss verschluckt und da war nicht heran zu kommen solange der im Auto saß. Gab übrigens eine Belobigung.
Das belobigte, lebensrettende Taschenmesser musste ich Jahre später auf Geheiß des Herrn Körting vernichten, der ja maßgeblich am Verbot von Fallmessern mitgearbeitet hatte.
Andere habe ich während des Dienstes einfach verloren oder an einem Einsatzort liegen gelassen wenn man sich um dringender Dinge kümmern muss. Sonst hätte wohl eines bis heute gereicht.


Zitat:
- Diverse Stadtpläne.


-- Wie findet sich der Schutzmann/die Schutzfrau eigentlich in Berlin zurecht?
Solange ich in Berlin Sicherheit und Ordnung verbreitete, stand mir der Stadtführer von Kaupert mit Faltplan zur Verfügung. Entweder als Bestandteil der Funkwagenausstattung oder als Mannausstattung. Einen neuen, also wirklich aktuellen habe ich dabei nie bekommen.
Und ich habe auch Dienst bei solchen Dienststellen versehen, wo der Kaupert gar nicht vorgesehen war, klasse was?
Der Kaupert war auch sonst nicht sehr praktisch. Erst suchte mann in dem kleinen Büchlein mit der Mauseschrift die Koordinaten der gesuchten Straße, dann musste man den Plan zur Not vollständig aufklappen.
Patentfaltpläne vom ADAC oder Falk, bzw. die später aufkommenden in Ringbuchform waren einfach besser zu benutzen, größere Schrift, größerer Maßstab und eben eines, aktuell.


Zitat:
- Schnüre, Bindedraht, Isoband.


-- März 1980, Ruhleben, erste Ausbildungswoche: "Was hat ein Schutzmann immer in der Tasche? Zwei Groschen fürs Telefon und einen Meter Paketschnur mit einem Knoten in der Mitte!" Damit man schnell was zur Hand hat um grobe Längenmessungen durchzuführen.

Genannte Mittel dienen nicht nur der Notreparatur von z.B. Dienst-kfz., man kann damit auch Beweismittel bündeln/verpacken/Markierungen anbringen oder auch Kadaversäcke verschließen.


Zitat:
- Unmengen Schuhcreme, Lederseife und -wachs.


-- Lederpflegemittel irgendeiner Art wurden vom Dienstherrn nie zur Verfügung gestellt.
--- Grundausstattung in der Lehrabteilung: Zwei Paar Halbschuhe, ein Paar Sonderstiefel, ein Leibriemen, ein Koppel, ein Tragegestell, ein Holster P1, zwei Doppelmagazintaschen G3, ein Feldspaten mit Haltevorrichtung.
Ein Paar Sommer, ein Paar Winterhandschuhe.
Alles Leder das täglicher Pflege bedurfte. Dazu möchte ich anmerken, das Bürsten zum Reingen des Leders und zum Auftragen der Pflegemittel, oder die Tücher oder Perlonstrümpfe zum Polieren gar nicht in der Liste erwähnt wurden.
Lederseife- und -wachs kamen mit den Lederkombis ins Spiel. Die müssen einfach anders gereinigt und imprägniert werden als z.B. Stiefel.
Wegen des Protokolldienstes und des weißen Lederzeugs den ganzen Krempel von oben in einer zweiten Ausführung.


Zitat:
- Elektrische Reiseschreibmaschine.


-- Auch hier muss ich gestehen, mein Anspruch möglichst gute Arbeit abzuliefern mag übertrieben gewesen sein. Ich hätte meine Vorgänge ja wie jeder andere auch mit den alten, gammeligen Schreibmaschinen fertigen können, die weit überwiegend den ausgemusterten Beständen anderer Berliner Verwaltungen entstammten.
Um deren Typenhebel zu bewegen war nicht selten so viel Kraft nötig, das der Buchstabe in das erste, manchmal auch das zweite oder dritte Blatt gestanzt wurde.
Ich fand es einfach angenehmer einen Vorgang nicht wegen Unleserlichkeit von einem Sachbearbeiter zurück zu bekommen. Oder als Zeuge gar Euer Ehren erklären zu müssen was ich da eigentlich geschrieben hatte.


Zitat:
"Kosten der privaten Lebensführung"


Ich lache mich schlapp. Mit Ausnahme der Armbanduhren habe ich keinen der fraglichen Gegenstände jemals privat genutzt. Ich schleppe das doch nicht zu jedem Dienstantritt von Zuhause mit und nehme es danach wieder nach Hause zurück. fool1
Und die Uhr brauchte ich vorrangig um pünktlich meinen Dienst antreten zu können. Man ist ja auch mal unterwegs und tritt dann seinen Dienst Mittags oder Abends, manchmal sogar Nachts an.


edit Red.:  Antworten auf Zitate eben als Zitat-Formatierung gerichtet.


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